Gesetzt und geurteilt
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Der tut nix! Der will hier nur wohnen.

Der tut nix! Der will hier nur wohnen.

Das ist doch wirklich ein ganz dicker Hund, wenn der Vermieter die Hundehaltung in der Wohnung einfach untersagen will! In München wurde laut geknurrt als der Fall vor dem Amtsgericht verhandelt wurde.

Hundehaltung in Mietwohnung nicht generell verboten

Die Genehmigung der Hundehaltung darf vom Vermieter nur aus gewichtigen Gründen versagt werden. In dem kürzlich rechtskräftig gewordenen Urteil entschied das Amtsgericht München, dass die Hundehaltung in der Viereinhalb-Zimmer-Wohnung des Klägers für die Hunderasse Magyar Vizsla, Deutsch-Drahthaar/Deutsch-Kurzhaar, Weimaraner oder entsprechende Mischlinge dieser Rassen mit einer Widerristhöhe von ca. 52 – 64 cm zuzustimmen ist.

Das klagende Ehepaar wollte seinen 13 und 15 alten Kindern die Haltung eines Hundes ermöglichen und fragte den Vermieter um seine Einwilligung. Im Vorfeld hatten sie die Nachbarn um Zustimmung gebeten, die diese sämtlich gaben. Die Kläger legten Empfehlungen der Hundetrainerin und des Tierheims bei und beriefen sich auf eigene langjährige Erfahrung im Halten von Hunden.

Der Hausverwalter verweigerte jedoch im Namen der Vermieter seine Einwilligung und berief sich darauf, dass die jetzigen Vermieter noch nie eine Einwilligung zur Hundehaltung im Haus gegeben hätten. Es wurden seitens der Hausverwaltung diverse Gegenargumente aufgeführt, wie dass „die Kinder nach ihren Beobachtungen erst um 16 h aus der Schule kämen, ihre Meerschweinchen früher nicht selbst versorgen konnten, die Eltern als reisender Fotograf und Büroangestellte die Versorgung des Hundes tagsüber nicht sicherstellen könnten, die Wohnungen so hellhörig seien, dass sich die Kläger über Klavierspiel in einer unter ihnen gelegenen Wohnung beschwert hätten.“ Im Übrigen seien Kleinkinder im Haus. Das zweieinhalbjährige Kind des Verwalters sei unlängst selbst von einem Hund gebissen worden.

Die Kläger bestritten, sich je über Klavierspiel beschwert zu haben. Auch die weiteren Angaben erwiesen sich als unzutreffend. Die Ehefrau arbeite nur Teilzeit, der Ehemann reise selten und könne dabei den Hund mitnehmen, die Kinder besuchten die Schule bis mittags und in Urlaubszeiten stünden die Großeltern bereit. Die zuständige Richterin am Amtsgericht München gab den Klägern Recht.

Regeln für Hundehaltung

Es liegen laut Amtsgericht keine ausreichenden sachlichen Gründe vor, die es den Vermietern erlauben, die Zustimmung zu der begehrten Hundehaltung den Klägern zu verweigern.

Wichtig für das Urteil ist, dass die Kläger eine große Wohnung mit mehreren Zimmern bewohnen. Größere Grünflächen liegen in direkter Nähe und bei artgerechter Haltung ist nicht davon auszugehen, dass der Hund durch verstärktes Jaulen oder Gebell auf sich aufmerksam macht oder Schäden an der Wohnung anrichtet. Auch eine spezielle Versicherung wurde abgeschlossen. Die Ablehnung darf sich nicht auf bloße allgemeine Befürchtungen stützen, sondern es müssen ausreichend konkrete Anhaltspunkte für eine zu erwartende unzumutbare Belästigung vorliegen. Auch die von den Klägern begehrten Hunderassen weisen keine auffallenden Merkmale auf, die für eine besonders schwierige Haltung bzw. auf einen aggressiven Charakter schließen lassen.

TIPP: Schwieriger wird die Haltung von Hunden, die als sogenannte „Listenhunde“ gelten und auf der Rasseliste stehen. Eine Rasseliste ist eine Liste von Hunderassen, die rassebedingt als gefährlich angesehen werden oder deren Gefährlichkeit vermutet wird. Für ihre Haltung gelten verschiedene Einschränkungen,
die je nach Bundesland unterschiedlich sein können.

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