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Der tut nix! Der will hier nur wohnen.

Der tut nix! Der will hier nur wohnen.

Das ist doch wirklich ein ganz dicker Hund, wenn der Vermieter die Hundehaltung in der Wohnung einfach untersagen will! In München wurde laut geknurrt – Verzeihung, dem Kläger Recht gegeben -, als der Fall vor dem Amtsgericht verhandelt wurde.

Hundehaltung in Mietwohnung nicht generell verboten

Denn die Genehmigung der Hundehaltung darf der Vermieter nur aus gewichtigen Gründen versagen. In dem kürzlich rechtskräftig gewordenen Urteil entschied das Amtsgericht München, dass in dem zugrundeliegenden Fall der Hundehaltung in der Viereinhalb-Zimmer-Wohnung des Klägers zuzustimmen ist. Die Familie hatte die Hunderassen Magyar Vizsla, Deutsch-Drahthaar/Deutsch-Kurzhaar, Weimaraner oder entsprechende Mischlinge dieser Rassen in die engere Wahl einbezogen.

Das klagende Ehepaar wollte seinen 13 und 15 alten Kindern die Haltung eines Hundes ermöglichen und fragte den Vermieter um seine Einwilligung. Im Vorfeld hatten sie bereits die Nachbarn um Zustimmung gebeten, alle waren einverstanden. Die Kläger legten sogar Empfehlungen der Hundetrainerin und des Tierheims bei und beriefen sich auf eigene langjährige Erfahrung im Halten von Hunden.

Der Hausverwalter verweigerte jedoch im Namen der Vermieter seine Einwilligung und berief sich darauf, dass die jetzigen Vermieter noch nie eine Einwilligung zur Hundehaltung im Haus gegeben hätten. Die Hausverwaltung führte diverse Argumente auf. So kämen die Kinder nach ihren Beobachtungen erst um 16 Uhr aus der Schule. Außerdem hätten sie ihre Meerschweinchen früher nicht selbst versorgt – und die Eltern könnten als reisender Fotograf und Büroangestellte die Versorgung des Hundes tagsüber nicht sicherstellen. Zudem seien die Wohnungen so hellhörig, dass sich die Kläger über Klavierspiel in einer unter ihnen gelegenen Wohnung beschwert hätten. Im Übrigen seien Kleinkinder im Haus. Das zweieinhalbjährige Kind des Verwalters sei unlängst selbst von einem Hund gebissen worden.

Die Kläger bestritten, sich je über Klavierspiel beschwert zu haben. Auch die weiteren Angaben erwiesen sich vor Gericht als unzutreffend. Die Ehefrau arbeite nur Teilzeit, der Ehemann reise selten und könne dabei den Hund mitnehmen, die Kinder besuchten die Schule bis mittags und in Urlaubszeiten stünden die Großeltern bereit. Die zuständige Richterin am Amtsgericht München gab daher den Klägern Recht.

Regeln für Hundehaltung

Demnach gibt es keine ausreichenden sachlichen Gründe, wonach die Vermieter berechtigt wären, den Klägern ihre Zustimmung zu der Hundehaltung zu verweigern. Außerdem bewohnten die Kläger eine große Wohnung mit mehreren Zimmern – und größere Grünflächen liegen direkt in der Nähe.

Bei artgerechter Haltung, so argumentierte das Gericht, sei nicht davon auszugehen, dass der Hund durch verstärktes Jaulen oder Gebell auf sich aufmerksam macht oder Schäden an der Wohnung anrichtet. Fazit: Die Ablehnung darf sich nicht auf bloße allgemeine Befürchtungen stützen, sondern es müssen ausreichend konkrete Anhaltspunkte für eine zu erwartende unzumutbare Belästigung vorliegen. Auch die Hunderassen, welche die Kläger ins Auge gefasst hatten, weisen keine auffallenden Merkmale auf, die auf eine besonders schwierige Haltung bzw. auf einen aggressiven Charakter schließen lassen.

Tipp: Schwieriger wird die Haltung von Hunden, die als so genannte Listenhunde gelten und auf einer Rasseliste stehen. Diese Listen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden – einige sehen für bestimmte Hunde ein komplettes Haltungsverbot vor, andere erlauben die Haltung nur unter Auflagen. Derartige Listen sind allerdings nicht unumstritten und werden auch juristisch diskutiert. Je nach Bundesland kann ein Hund nach Bestehen eines Wesenstests aber auch von den Vorgaben der Liste befreit werden.

19 % Steuern! Nicht Promille

Da braut sich was zusammen! Selbst ist der Mann, wenn es um sein Bier geht und versucht sich mit Erfolg als Hobbybrauer. Gestritten wurde vor Gericht nun über Prozente, nicht Promille.

Hobbybrauer muss Regelsteuersatz zahlen

Um 21 Euro – die Differenz aus Regelsteuersatz und ermäßigtem Steuersatz – stritten sich ein Bierbrauer und das Finanzamt. Der Mann muss den Regelsteuersatz von 19 Prozent zahlen, entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg.

Ein Hobbybrauer zeigte zunächst an, in unregelmäßigen Abständen Bier für den Eigengebrauch bis zu einer Menge von zwei Hektolitern zu brauen. Später meldete er ein Nebengewerbe an, um seine Überschüsse zu verkaufen und teilte dies dem Hauptzollamt mit. Bei der Steueranmeldung errechnete er die Steuer zum ermäßigten Steuersatz von 7 % in Höhe von 26,43 Euro. Das beklagte Hauptzollamt wandte den Regelsteuersatz an und ermittelte eine Steuer in Höhe von 47,14 Euro.

Nur Brauerei ist ein „Steuerlager“

Zu Recht, entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg. Der ermäßigte Steuersatz komme in diesem Fall nicht zur Anwendung, da es sich nicht um Bier aus einer unabhängigen Brauerei handle, so die Richter. Die Biersteuerverordnung definiere Brauerei als „jedes Steuerlager, in dem Bier unter Steueraussetzung im Brauverfahren hergestellt und gelagert werden darf.“

Ein sogenanntes Steuerlager sind Orte, an denen oder von denen verbrauchsteuerpflichtige Waren unter Steueraussetzung, also unversteuert, hergestellt, be- oder verarbeitet, gelagert, empfangen oder versandt werden dürfen. Bei der Brauerei des Klägers handle es sich nicht um ein Steuerlager. Es fehle die entsprechende Erlaubnis im Sinne des Biersteuergesetzes.

Tipp: 7 oder 19 % – diese Frage stellt sich nicht nur Hobbybrauern, sondern regelmäßig auch vielen Freiberuflern. Die Rechtsgrundlage für den ermäßigten Steuersatz, der zurzeit bei 7 % liegt, findet sich in § 12 UStG. Dort werden einige Kategorien aufgelistet, für die der ermäßigte Steuersatz gilt – darüber hinaus finden sich in zahlreichen Verordnungen und Erlassen weitere Unterscheidungen. Mehr dazu finden Sie in der dritten Auflage meines Buches „Rechnung stellen – Umsatz sichern“.

Das kauf ich mir!

Das neue Kaufrecht.

Constanze Elter im Gespräch mit Rechtsanwalt Thomas Lange, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Modeverbandes GermanFashion.

Herr Lange Sie haben sich mit dem neuen Kaufrecht befasst. Warum war eine Reform notwendig?
Zunächst betrifft das neue Kaufrecht nicht nur Deutschland, sondern alle europäischen Länder, da es sich um die Umsetzung der europäischen Richtlinie (EU) 2019/771 handelt. Notwendig ist die Änderung geworden, da erstmalig ein eigenes Gewährleistungsregime für Digitalprodukte – also CD und DVD eingeführt wurde, das es bisher noch gar nicht gab. Außerdem wurden generell die Verbraucherrechte gestärkt.

Das heißt für den Verbraucher jetzt was?
Die wichtigste Änderung ist die Neuregelung des Mangelbegriffs. Das sieht nun folgendermaßen aus: Selbst wenn ein Käufer den Mangel im Moment des Kaufes an einem Produkt kennt und quasi akzeptiert, wird am Ende die Frage gestellt, ob das Produkt der Üblichkeit, die ein durchschnittlicher Verbraucher erwarten kann, entspricht.
An einem Beispiel wird das klarer: Der Verbraucher kauft eine nagelneue Lederjacke einer aktuellen Kollektion, die jedoch sichtbare Verfärbungen an der Vorderseite der Jacke aufweist. Er einigt sich mit dem Verkäufer – in Kenntnis dieses Mangels – auf den Kauf dieser Jacke. Die Kenntnis „des Mangels“ lässt jedoch nunmehr nicht die Gewährleistungsansprüche wegfallen. Die subjektiven Anforderungen an die Mangelfreiheit sind zwar gegeben – er kauft die Jacke ja trotzdem. Zusätzlich müssen aber die objektiven Anforderungen an die Mangelfreiheit gegeben sein. Diese werden durch den sogenannten „durchschnittlichen allgemeinen“ Käufer definiert, der bei einer neuen Kollektion eine einwandfreie Jacke erwarten darf.

Für den Verbraucher ist das ja gewissermaßen eine win-win-win-Situation…
In der Tat. Es ist fast ein wenig schizophren, dass ich als Verbraucher die Jacke mit der Verfärbung heute kaufe, aber mich morgen gegenüber dem Händler auf meine Gewährleistungsrechte berufen kann: also eine Kaufpreisminderung fordern, Nachbesserung oder Rücktritt vom Vertrag. Übrigens hat sich in Sachen Forderung einer Nachbesserung ebenfalls eine Änderung ergeben: Früher durfte der Verkäufer zweimal nachbessern, jetzt muss der Verbraucher nur noch einen Versuch der Nachbesserung akzeptieren.

Gibt es noch weitere Punkte, die nun kundenfreundlicher geregelt wurden?
Für den Verbraucher gilt jetzt eine zeitliche Verdoppelung der Beweislastumkehr von sechs Monaten auf ein Jahr. Hier wieder ein Beispiel. Nehmen wir an, ich kaufe mir heute ein Businesshemd. Nach sieben Monaten intensiven Trainings im Fitnessstudio mit eben diesem Businesshemd sind die Nähte in Mitleidenschaft gezogen. In diesem Fall läge die Schuld der Mangelhaftigkeit des Produkts ja eigentlich bei mir. Schließlich habe ich nicht im T-Shirt, sondern im Businesshemd trainiert und dieses damit zweckentfremdet.
Der Verbraucher könnte nun aber in den ersten zwölf Monaten – statt früher sechs Monaten – nach Kauf die Vermutung äußern, dass keine ausreichende Qualität zum Zeitpunkt des Kaufes vorlag. Jetzt müsste der Händler beweisen, dass es nicht an der mangelnden Qualität, sondern wie im Beispiel an der nicht adäquaten Nutzung lag. Dies ist natürlich schwierig. Der Händler könnte zwar ein Gutachten einholen, doch auch da ist der Erfolg eher gering und steht in keinem Verhältnis zu den entstehenden Kosten. Für den Verbraucher sind diese zwölf Monate Beweiserleichterung ein riesiger Vorteil.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die Gewährleistungsfrist quasi verlängert wird. Der Verbraucher hat nach Ablauf der zwei Jahre jetzt weitere vier Monate Zeit, sich auf die gesetzliche Gewährleistung zu berufen, ab Kenntnis des Mangels innerhalb der zwei Jahre. Das bedeutet in der Praxis faktisch, dass er nach zwei Jahren und vier Monaten erstmalig sagen, dass er sich auf die gesetzliche Gewährleistung beruft und die Aussage eines Zeugen hinzuziehen, der bestätigt, dass der Mangel bereits vor Ablauf der zwei Jahre vorlag.

Viele Menschen kaufen seit der Corona-Pandemie noch mehr online ein. Werden im neuen Kaufrecht Unterschiede zwischen Online- und stationärem Handel getroffen?
Bisher war der Unterschied das Widerrufsrecht, welches online innerhalb von 14 Tagen gegeben war und eine Auflösung des Kaufvertrags zur Folge hatte. Das neue Kaufrecht macht dort nun keinen Unterschied mehr.

Hört sich zwar nach einigen Vorteilen, aber auch nach viel Komplexität an. Haben Sie einen Tipp für Käuferinnen und Käufer?
Durch die vielen Verlängerungen der Fristen ist es in jedem Fall wichtig, schnell zu einer Lösung zwischen Verkäufer und Käufer zu kommen. Daher rate ich Verbrauchern ganz einfach dazu, die Beweise ihrer Käufe zu dokumentieren, sprich Kassenbon oder Kaufvertrag aufzubewahren.

Neue Folge Kaffee-Sätze: Freiheit, wie ich´s meine

Freiheit – für die einen kann sie nicht groß genug sein. Sie verwehren sich gegen jede Art von Einmischung in ihre Entscheidungen. Andere wittern durch ein Zuviel davon den zivilisatorischen Verfall. Sie wünschen sich Instanzen, die ihnen die Verantwortung zu Gunsten ihrer Sicherheit abnehmen. Schon zeigt sich, wie schwierig es ist, sich auf eine einheitliche Bedeutung zu verständigen. Viel Interpretation und unterschiedliche Wahrnehmung erschweren den gemeinsamen Konsens. Ist Freiheit am Ende doch nur ein Gefühl? Wir sprechen darüber in der neuen Ausgabe der Kaffee-Sätze.

Podcast-Folge: Hilfe oder Not – im Dschungel der Überbrückungshilfen

Überbrückungshilfe 1,2,3, Sofort-Hilfe, November-Hilfe und Dezember-Hilfe… HILFEEE! Wer blickt bei diesen ganzen Begriffen, Fördermöglichkeiten und Grenzen, Zeiträumen und Beantragungen eigentlich noch durch? Und bei der ganzen Hilfe kommt die Unsicherheit auf, was ist, wenn ich was falsch mache ….

170 Milliarden Euro Coronahilfen

Unsere neue Podcast-Folge beschäftigt sich im Detail mit den Corona-Hilfen des Bundes und wirft einen kritischen Blick auf die Fallstricke der ganzen Maßnahmen des 170 Milliarden schweren Flickenteppichs. Daher der Titel: Bloß nicht strafbar machen.

Seit Beginn der Corona-Pandemie unterstützt der Staat Unternehmen mit unterschiedlichen Mitteln, um die Wirtschaft zu stabilisieren.

Geschenkt ist noch zu teuer?

Die Hilfen und Subventionen sind an verschiedene Bedingungen geknüpft. Nicht jedes Unternehmen ist berechtigt, jede Hilfe in Anspruch zu nehmen. Während vorsätzlicher Betrug zu Recht mit der Härte des Gesetzes geahndet wird, lauert das Risiko des Vergehens leider auch bei denen, die keine betrügerischen Absichten hegen. Welche Stolpersteine es gibt, wie sich diese umgehen lassen und wie Steuerberater und Rechtsanwälte als prüfende Dritte helfen und selbst auch betroffen sind, erfahrt ihr in unserer neuen Podcast-Folge. Als Interviewpartner haben wir den ausgewiesenen Experten RA Dr. Peter Talaska, Fachanwalt für Steuerrecht bei der Kanzlei Streck Mack Schwedhelm in Köln.

 

Buchhaltung im Griff!

Wie lautetete noch der motivierte Vorsatz für 2022? Genau, endlich Ordnung in die Buchhaltung bringen! Schluss mit Quittungen suchen in allen möglichen Ablagen und Portemonnaies und der Zettelwirtschaft im Karton. Mit ein bisschen Unterstützung geht vieles leichter. „Buchhaltung leicht gemacht“ – so lautet der Titel meines Webinar, welches am Dienstag, den 22.02.2022 von 17.00-21.00 Uhr stattfindet. Das Zoom-Webinar ist ein Angebot des Bildungs- und Sozialwerks (BSW) des BJV (Bayerischer Journalisten-Verband e.V.).

Kaffee-Sätze: Folge 4!

Scheiden tut weh – entscheiden auch. Einige tun es aus dem Bauch heraus, andere recherchieren, sammeln Fakten und denken nach – oder noch besser – vor. Auf welche Weise wir uns für oder gegen etwas entscheiden, ist sehr unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab. Beispielsweise davon, wie wichtig uns die Entscheidung ist. Und, wie haltet ihr es? Mehr davon in unserer neuen Kaffee-Sätze-Folge.

Tee oder T-Shirt? Zur Temperatur am Arbeitsplatz

Ich kenne Kollegen, die sitzen auch, wenn draußen Minusgrade angezeigt werden, noch im T-Shirt am Schreibtisch. Dagegen war eine meiner ersten Anschaffungen für das neue Büro eine lange kuschelige Strickjacke und eine Teekanne. Fest steht: Das subjektive Kälte- oder Wärmeempfinden lässt sich nicht gesetzlich regeln. Dennoch muss der Arbeitgeber gewisse Temperaturbedingungen sicherstellen.

Der Anspruch auf „Wärme“ am Arbeitsplatz ist zwar so nicht gesetzlich ausdrücklich geregelt, doch müssen die Lufttemperaturen in Arbeitsräumen nach Anhang 3.5 Abs. 1 der Arbeitsstättenverordnung und der dazugehörigen Arbeitsstättenrichtlinie gesundheitlich zuträglich sein. Was darunter genau zu verstehen ist, konkretisiert die Arbeitsstättenrichtlinie ASR A3.5. Darin finden sich vor allem Informationen bezüglich der Temperatur. Die Temperaturgrenzen sind abgestuft: Welche Temperatur einzuhalten ist, hängt demnach ab von der Schwere der Arbeit, der Arbeitshaltung und dem konkreten Betriebsraum.

Am Arbeitsplatz selbst gilt: Wer im Sitzen arbeitet und leichte Tätigkeiten verrichtet, sollte dies bei +20 °C tun können. Im Gehen und Stehen reichen bei leichten Tätigkeiten +19 °C. Der Gesetzgeber geht offenbar davon aus, dass man bei schweren Arbeiten schneller ins Schwitzen kommt. Daher gilt hier eine empfohlene Temperatur von +12 °C .

Überall dort, wo nicht primär gearbeitet wird, sollte es mit einer Mindesttemperatur von +21 °C angenehm warm sein – also beispielsweise in Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Kantinen- und Erste-Hilfe-Räumen; in Toilettenräumen darf die Lufttemperatur durch Lüftungsvorgänge, die durch die Benutzer ausgelöst werden, kurzzeitig unterschritten werden. Anders sollte es sich in Waschräumen anfühlen, in denen Duschen installiert sind: Zumindest während dort geduscht wird, sollte die Lufttemperatur +24 °C betragen.

Und dann gibt es natürlich auch noch diejenigen, die ohnehin im Freien arbeiten müssen, etwa im Baugewerbe oder bei der Polizei. In diesen Fällen muss der Arbeitgeber die Freiluftarbeitsplätze so gestalten, dass sie von den Beschäftigten bei jeder Witterung sicher und ohne Gesundheitsgefährdung genutzt werden können. Will sagen: Ist der Arbeitnehmer unterwegs, muss er von seinem Chef eine geeignete schützende Bekleidung zur Verfügung gestellt bekommen.

Auch beim Thema Temperatur hat die Corona-Pandemie neue Aspekte hinzugefügt. Beispiel Zugluft: Wer früher einfach nur genervt war vom Lüften, dem ist heute wichtig, dass das Infektionsrisiko auf diese Weise gesenkt werden kann. Lüftungsfilter können anzeigen, wann die Zeit dafür gekommen ist. Und natürlich hilft regelmäßiges Stoßlüften. Der Kollege im T-Shirt kann sich vorher ja schnell etwas überziehen.

Tipp: Arbeitgeber sind arbeitsrechtlich verpflichtet, ihren Arbeitnehmern in Gebäuden Mindesttemperaturen zu gewährleisten. Wenn euch zu kalt wird beim Arbeiten, sprecht euren Chef ruhig drauf an!

Reden wir Klartext?!

Die dritte Folge unserer Kaffee-Sätze ist on air! Dieses Mal ist die Kommunikationswissenschaftlerin Claudia Thoms auf einen Kaffee zu Gast und bringt Licht ins Dunkel mancher Äußerungen. „Das ist eine Herausforderung, wenn die Maßnahmen im Doing nicht zeitnah erfolgen.“ Nicht verstanden, aber trotzdem schon oft genug gehört? Geht uns genauso. Deswegen sprechen wir in der aktuellen Kaffee-Sätze-Folge darüber, wie oft wir mit Nebelkerzen oder Phrasen kommunizieren. Und ob unsere Inhalte dann noch zu verstehen sind. Und natürlich geht’s auch darum, wie wir Klartext reden können.

Mahlzeit! Ich mach mal Pause.

Der eine fährt kurz nach Hause, um den Hund Gassi zu führen, die andere isst ihren Salat vor dem Bildschirm. Einmal lang oder lieber dreimal kurz? Wer, wo, wie lange und wie häufig Pausen macht, wird mitunter heiß diskutiert und jeder tut gern seine Meinung kund. Doch es gibt Regeln und Gesetze, an die sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber halten müssen.

Grundsätzlich gilt. Wann und wie lange Pausen genommen werden, können Mitarbeiter nicht frei entscheiden. Wie sie jedoch ihre Pause verbringen, ist ihre Sache.

Zur Pausenlänge gibt es ebenfalls Vorschriften – bei einem Arbeitstag mit einer Dauer von 6 bis 9 Stunden haben Beschäftigte einen Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause. Bei mehr als 9 Stunden sind es 45 Minuten. Die Ruhepausen können in Zeitabschnitte von jeweils mindestens 15 Minuten aufgeteilt werden.

Im Arbeitszeitgesetz steht außerdem, dass Arbeitnehmer ihre Pause spätestens nach 6 Stunden nehmen müssen. Ist das in einem Betrieb nicht möglich, ist darin ein Verstoß gegen das Gesetz zu sehen zu sehen.

Mitarbeiter können nicht frei bestimmen, wann sie ihre Pause nehmen, hier liegt das Direktionsrecht beim Arbeitgeber. Er bestimmt, wann Mitarbeiter ihre Auszeit nehmen. Allerdings muss auch er sich dabei an die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes halten.

Und wie ist es mit den Rauchern, dürfen sie häufiger „vor die Tür“? Nein, einen gesetzlichen Anspruch auf eine Raucherpause gibt es nicht. Wer jedoch ab und an zum Glimmstengel greifen möchte, sollte dies mit seinem Arbeitgeber besprechen und evtl. vorschlagen, die Pausen in 15 Minuten Abschnitten zu nehmen.

Wie jeder seine Mittagspause gestaltet, ob mit Yoga im Park oder Handylektüre auf der Bank – ist individuell und frei zu entscheiden. Auch darf der Arbeitgeber den Mitarbeitern nicht untersagen, den Arbeitsplatz oder das Betriebsgelände zu verlassen. Macht er es dennoch, können Beschäftigte sich an den Betriebsrat wenden.

Neben dem Arbeitszeitgesetz spielt bei der Pausengestaltung die Arbeitsstättenverordnung eine Rolle. Diese Verordnung dient der Sicherheit und dem Schutz der Gesundheit der Beschäftigten beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten. Vor allem geht es darum, Unfälle zu vermeiden, aber auch, wie der Pausenraum gestaltet ist. Pausenräume sind rechtlich nicht immer ein Muss, sorgen oftmals jedoch dafür, dass ein kommunikatives und soziales Miteinander gefördert wird. Mit anderen Worten: Beim gemeinsamen Milchkaffee können sich Kolleginnen und Kollegen auch jenseits der aktuell anstehenden Arbeit austauschen und die Pausen zum Entspannen nutzen .

Tipp: Für die Beschäftigung von Personen unter 18 Jahren greift anstelle des Arbeitszeitgesetzes das Jugendarbeitsschutzgesetz. Hier gelten strengere Regeln zum Schutze der jugendlichen Mitarbeiter.

Let´s Talk about Podcast-Strategien

Ob VIP oder Wissenschaftler, ob Profi oder Laie: Sie alle tun es – einen eigenen Podcast veröffentlichen. Wer die mehr oder weniger gehaltvollen Episoden hört, ist eine spannende Frage. Spannend ist aber auch, dass Podcasts mittlerweile in der Unternehmenskommunikation angekommen sind.

Am 2. und 3. September findet in Berlin der Kommunikationskongress statt, auf dem ich mich bei einem Podiumsgespräch mit anderen Fachleuten und natürlich mit allen Interessierten zu diesem Thema austausche. Immer mehr Unternehmen probieren oder planen ihren eigenen Corporate Podcast. Wie sieht ein strategisches (und realistisches) Podcast-Konzept für die interne oder externe Kommunikation aus? Wie erreicht man im B2B klare Zielgruppen und was sind Erfolgskriterien und realistische messbare Ziele? Ich freue mich, Antworten auf diese Fragen zu geben und ins Gespräch zu kommen.

Kaffee-Sätze. Chill mal!

Diese Aufforderung kennen wir alle nur zu gut: „Chill mal“! Dies vor allem in Situationen, in denen wir alles andere als gechillt sind.

In unserer neuen Podcastfolge von Kaffee-Sätze sprechen wir genau darüber. Über die hohe Kunst, die Ruhe zu bewahren, über den Dingen stehen und mal Fünfe gerade sein lassen. Funktioniert das überhaupt auf Anweisung? Und wenn ja, wie. Hört rein und chillt einfach mal bei einer Tasse Kaffee.