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Der tut nix! Der will hier nur wohnen.

Der tut nix! Der will hier nur wohnen.

Das ist doch wirklich ein ganz dicker Hund, wenn der Vermieter die Hundehaltung in der Wohnung einfach untersagen will! In München wurde laut geknurrt – Verzeihung, dem Kläger Recht gegeben -, als der Fall vor dem Amtsgericht verhandelt wurde.

Hundehaltung in Mietwohnung nicht generell verboten

Denn die Genehmigung der Hundehaltung darf der Vermieter nur aus gewichtigen Gründen versagen. In dem kürzlich rechtskräftig gewordenen Urteil entschied das Amtsgericht München, dass in dem zugrundeliegenden Fall der Hundehaltung in der Viereinhalb-Zimmer-Wohnung des Klägers zuzustimmen ist. Die Familie hatte die Hunderassen Magyar Vizsla, Deutsch-Drahthaar/Deutsch-Kurzhaar, Weimaraner oder entsprechende Mischlinge dieser Rassen in die engere Wahl einbezogen.

Das klagende Ehepaar wollte seinen 13 und 15 alten Kindern die Haltung eines Hundes ermöglichen und fragte den Vermieter um seine Einwilligung. Im Vorfeld hatten sie bereits die Nachbarn um Zustimmung gebeten, alle waren einverstanden. Die Kläger legten sogar Empfehlungen der Hundetrainerin und des Tierheims bei und beriefen sich auf eigene langjährige Erfahrung im Halten von Hunden.

Der Hausverwalter verweigerte jedoch im Namen der Vermieter seine Einwilligung und berief sich darauf, dass die jetzigen Vermieter noch nie eine Einwilligung zur Hundehaltung im Haus gegeben hätten. Die Hausverwaltung führte diverse Argumente auf. So kämen die Kinder nach ihren Beobachtungen erst um 16 Uhr aus der Schule. Außerdem hätten sie ihre Meerschweinchen früher nicht selbst versorgt – und die Eltern könnten als reisender Fotograf und Büroangestellte die Versorgung des Hundes tagsüber nicht sicherstellen. Zudem seien die Wohnungen so hellhörig, dass sich die Kläger über Klavierspiel in einer unter ihnen gelegenen Wohnung beschwert hätten. Im Übrigen seien Kleinkinder im Haus. Das zweieinhalbjährige Kind des Verwalters sei unlängst selbst von einem Hund gebissen worden.

Die Kläger bestritten, sich je über Klavierspiel beschwert zu haben. Auch die weiteren Angaben erwiesen sich vor Gericht als unzutreffend. Die Ehefrau arbeite nur Teilzeit, der Ehemann reise selten und könne dabei den Hund mitnehmen, die Kinder besuchten die Schule bis mittags und in Urlaubszeiten stünden die Großeltern bereit. Die zuständige Richterin am Amtsgericht München gab daher den Klägern Recht.

Regeln für Hundehaltung

Demnach gibt es keine ausreichenden sachlichen Gründe, wonach die Vermieter berechtigt wären, den Klägern ihre Zustimmung zu der Hundehaltung zu verweigern. Außerdem bewohnten die Kläger eine große Wohnung mit mehreren Zimmern – und größere Grünflächen liegen direkt in der Nähe.

Bei artgerechter Haltung, so argumentierte das Gericht, sei nicht davon auszugehen, dass der Hund durch verstärktes Jaulen oder Gebell auf sich aufmerksam macht oder Schäden an der Wohnung anrichtet. Fazit: Die Ablehnung darf sich nicht auf bloße allgemeine Befürchtungen stützen, sondern es müssen ausreichend konkrete Anhaltspunkte für eine zu erwartende unzumutbare Belästigung vorliegen. Auch die Hunderassen, welche die Kläger ins Auge gefasst hatten, weisen keine auffallenden Merkmale auf, die auf eine besonders schwierige Haltung bzw. auf einen aggressiven Charakter schließen lassen.

Tipp: Schwieriger wird die Haltung von Hunden, die als so genannte Listenhunde gelten und auf einer Rasseliste stehen. Diese Listen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden – einige sehen für bestimmte Hunde ein komplettes Haltungsverbot vor, andere erlauben die Haltung nur unter Auflagen. Derartige Listen sind allerdings nicht unumstritten und werden auch juristisch diskutiert. Je nach Bundesland kann ein Hund nach Bestehen eines Wesenstests aber auch von den Vorgaben der Liste befreit werden.

19 % Steuern! Nicht Promille

Da braut sich was zusammen! Selbst ist der Mann, wenn es um sein Bier geht und versucht sich mit Erfolg als Hobbybrauer. Gestritten wurde vor Gericht nun über Prozente, nicht Promille.

Hobbybrauer muss Regelsteuersatz zahlen

Um 21 Euro – die Differenz aus Regelsteuersatz und ermäßigtem Steuersatz – stritten sich ein Bierbrauer und das Finanzamt. Der Mann muss den Regelsteuersatz von 19 Prozent zahlen, entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg.

Ein Hobbybrauer zeigte zunächst an, in unregelmäßigen Abständen Bier für den Eigengebrauch bis zu einer Menge von zwei Hektolitern zu brauen. Später meldete er ein Nebengewerbe an, um seine Überschüsse zu verkaufen und teilte dies dem Hauptzollamt mit. Bei der Steueranmeldung errechnete er die Steuer zum ermäßigten Steuersatz von 7 % in Höhe von 26,43 Euro. Das beklagte Hauptzollamt wandte den Regelsteuersatz an und ermittelte eine Steuer in Höhe von 47,14 Euro.

Nur Brauerei ist ein „Steuerlager“

Zu Recht, entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg. Der ermäßigte Steuersatz komme in diesem Fall nicht zur Anwendung, da es sich nicht um Bier aus einer unabhängigen Brauerei handle, so die Richter. Die Biersteuerverordnung definiere Brauerei als „jedes Steuerlager, in dem Bier unter Steueraussetzung im Brauverfahren hergestellt und gelagert werden darf.“

Ein sogenanntes Steuerlager sind Orte, an denen oder von denen verbrauchsteuerpflichtige Waren unter Steueraussetzung, also unversteuert, hergestellt, be- oder verarbeitet, gelagert, empfangen oder versandt werden dürfen. Bei der Brauerei des Klägers handle es sich nicht um ein Steuerlager. Es fehle die entsprechende Erlaubnis im Sinne des Biersteuergesetzes.

Tipp: 7 oder 19 % – diese Frage stellt sich nicht nur Hobbybrauern, sondern regelmäßig auch vielen Freiberuflern. Die Rechtsgrundlage für den ermäßigten Steuersatz, der zurzeit bei 7 % liegt, findet sich in § 12 UStG. Dort werden einige Kategorien aufgelistet, für die der ermäßigte Steuersatz gilt – darüber hinaus finden sich in zahlreichen Verordnungen und Erlassen weitere Unterscheidungen. Mehr dazu finden Sie in der dritten Auflage meines Buches „Rechnung stellen – Umsatz sichern“.

Let´s Talk about Podcast-Strategien

Ob VIP oder Wissenschaftler, ob Profi oder Laie: Sie alle tun es – einen eigenen Podcast veröffentlichen. Wer die mehr oder weniger gehaltvollen Episoden hört, ist eine spannende Frage. Spannend ist aber auch, dass Podcasts mittlerweile in der Unternehmenskommunikation angekommen sind.

Am 2. und 3. September findet in Berlin der Kommunikationskongress statt, auf dem ich mich bei einem Podiumsgespräch mit anderen Fachleuten und natürlich mit allen Interessierten zu diesem Thema austausche. Immer mehr Unternehmen probieren oder planen ihren eigenen Corporate Podcast. Wie sieht ein strategisches (und realistisches) Podcast-Konzept für die interne oder externe Kommunikation aus? Wie erreicht man im B2B klare Zielgruppen und was sind Erfolgskriterien und realistische messbare Ziele? Ich freue mich, Antworten auf diese Fragen zu geben und ins Gespräch zu kommen.

Kaffee-Sätze. Chill mal!

Diese Aufforderung kennen wir alle nur zu gut: „Chill mal“! Dies vor allem in Situationen, in denen wir alles andere als gechillt sind.

In unserer neuen Podcastfolge von Kaffee-Sätze sprechen wir genau darüber. Über die hohe Kunst, die Ruhe zu bewahren, über den Dingen stehen und mal Fünfe gerade sein lassen. Funktioniert das überhaupt auf Anweisung? Und wenn ja, wie. Hört rein und chillt einfach mal bei einer Tasse Kaffee.

Wau: Schulhund rechnet sich

Wenn es in Mathe mal nicht klappt oder der Lehrer nervt, gibt es einen, der Schülerinnen und Schülern immer guttut: der geliebte Schulhund. Es beruhigt viele Kinder ungemein, wenn ein Hund im Klassenzimmer an ihrer Seite ist,  ein Blick, etwas Kuscheln – und der Ärger ist verflogen. Studien belegen die sozialen, psychologischen und auch pädagogischen Effekte von Schulhunden.

Das Mensch-Hund-Team sollte auf die Situation in der Klasse und den engen Umgang mit Kindern gut vorbereitet und entsprechend ausgebildet sein. Eine gute Nachricht ist, dass die Aufwendungen für einen Schulhund bis zu 50 Prozent als Werbungskosten abgezogen werden können. Die Kosten für die Ausbildung zum Therapiehund können sogar in voller Höhe geltend gemacht werden. Das hat der Bundesfinanzhof vor kurzem entschieden.

Schulhund für die tiergestützte Pädagogik

Der zugrundeliegende Fall: An einer Realschule wurde beschlossen, einen Therapiehund anzuschaffen, um mit tiergestützter Pädagogik zu arbeiten. Eine Lehrerin erwarb für dieses Schulhundprogramm eine Hündin und brachte diese fast jeden Tag mit in die Schule und den Unterricht.

In ihrer Steuererklärung machte die Lehrerin in den Jahren 2014 bis 2016 Aufwendungen zwischen 900 Euro (2014) und 7.500 Euro (2016) für den Hund als Werbungskosten geltend: Neben den Anschaffungskosten führte sie unter anderem die Tierhaftpflichtversicherung, Futtermittel, Hundepflege, Tierarzt, Hundeschule sowie Ausbildung als Therapiehund (einschließlich Fahrtkosten) auf.

Das zuständige Finanzamt lehnte den Abzug ab. Die Aufwendungen seien nicht ausschließlich beruflich veranlasst und eine Abgrenzung zum privaten Bereich sei nicht möglich. Das Finanzgericht gab der Klage zum Teil statt. Es berücksichtigte die Kosten für die Ausbildung zum Therapiehund in voller Höhe und die übrigen Aufwendungen zu einem Drittel.

Anteiliger Werbungskostenabzug gerechtfertigt

Der Bundesfinanzhof bestätigt diese Auffassung, dass die allgemeinen (laufenden) Aufwendungen für einen Schulhund zum Teil und die besonderen Kosten für die Ausbildung zum Therapiehund in voller Höhe als Werbungskosten anzuerkennen sind. Begründung: Beruhen Aufwendungen nicht nur auf privaten, sondern in nicht nur untergeordnetem Umfang auch auf beruflichen Umständen, können die Kosten aufgeteilt und der beruflich veranlasste Teil abgezogen werden. Dies gilt dann, wenn der den Beruf fördernde Teil der Aufwendungen nach objektiven Maßstäben zutreffend und sich in leicht nachprüfbarer Weise abgrenzen lässt.

Ein Schulhund ist kein Arbeitsmittel

Eigentlich dürfte es klar sein: Ein Hund ist kein Arbeitsmittel. Das hat auch der Bundesfinanzhof noch einmal betont. Schließlich bezieht sich die Definition eines Arbeitsmittels  auf Gegenstände , die ausschließlich und unmittelbar dazu dienen,  dienstliche Aufgaben zu erledigen. Trotzdem hält das Gericht es bei einer erheblichen beruflichen Nutzung eines Schulhundes für vertretbar, bis zu 50 Prozent der Aufwendungen zum Werbungskostenabzug zuzulassen. Zusätzlich dürfen die Aufwendungen für die Ausbildung zum Therapiehund komplett geltend gemacht werden. Wenn das kein Anreiz ist, mehr Hunde in die Schulen zu bringen.

TIPP: Doppelt absetzen geht jedoch nicht! Auch wenn etwa das Ausführen eines Hundes oder die Betreuung im Urlaub grundsätzlich als haushaltsnahe Dienstleistung angesehen werden können, gibt es keine weitere Begünstigung, da die Aufwendungen bereits anteilig als Werbungskosten (Schulhundekosten) abziehbar sind

NEU! Kaffee-Sätze. Umrühren. Zuhören. Rumlabern.

Kaffee-Sätze – so heißt er, unser neuer Podcast. Die Franzosen haben für kommunikatives Kaffee trinken die Redewendung „boire un café et en parler“. In unserem Podcast tun wir genau das. Mit voller Leidenschaft fürs Getränk und fürs Gespräch. Warum? Weil wir einfach nicht anders können. Weil das eben so ist, wenn zwei waschechte Kommunikatoren, Sinnierende und Laberköppe zusammen sitzen. Zumal noch aus unterschiedlichen Breitengraden der Republik stammend. Mal tiefsinnig und philosophisch, mal frech, streitbar und lustig. Über Gott und die Welt. Mit Hirn und Humor.

Kaffee-Sätze gibt es überall dort, wo es Podcasts gibt. Also Kopfhörer auf die Ohren, Kaffee in die Tasse und reinhören und mitreden, denn wir freuen uns über jede Art von Feedback und bauen das gern in unsere Gespräche ein. Ein bisschen neugierig geworden? Dann könnt ihr jetzt reinhören in unsere erste Folge „Am Anfang war die Bohne“.

Geschenkt ist noch zu teuer

Etwas spenden und dafür noch Steuern zahlen … so paradox das klingt, genau so stellte sich die Situation für die Einzelhändler und Hersteller der Bekleidungsbranche lange Zeit dar. Denn wer großzügig an Flüchtlingsunterkünfte, Frauenhäuser oder sonstige caritative Einrichtungen Waren spendete, musste darauf Umsatzsteuer zahlen. Die Corona-Krise hat das Blatt teilweise gewendet.

Nicht mehr unentgeltliche Wertabgabe
Lange hat es gedauert, bis die Politik ein Einsehen hatte und in einer aktuellen Entscheidung eine befristete Billigkeitsregelung für Sachspenden veröffentlichte. Demnach müssen Einzelhändler ihre gespendeten Waren nicht mehr als „unentgeltliche Wertabgabe“ besteuern, wenn sie durch die Corona-Krise unmittelbar und erheblich wirtschaftlich betroffen sind. Die Spenden müssen an steuerbegünstigte Organisationen gespendet werden bzw. gespendet worden sein.

Auch den Zuständigen im Bundesfinanzministerium scheint klar geworden zu sein, dass es wenig nachhaltig ist, einen Riegel vor Spenden zu schieben, wenn aufgrund des Lockdowns Berge von unverkaufter Winterware an Wert und mit dem Frühling auch an Bedeutung verlieren. Die gebeutelten Händler hätten auf die Spenden noch Umsatzsteuer draufzahlen müssen. Der Textilverband schätzt, dass derzeit rund 500 Millionen Kleider und Schuhe in den Lagern liegen.

Diese befristete Billigkeitsregelung ist allerdings eingeschränkt und gilt nur für Spenden, die zwischen dem 1.März 2020 und dem 31.Dezember 2021 abgegeben worden sind.

Händler und Hersteller begünstigt
Update: Inzwischen betrifft die Regelung nicht nur die Händler, nicht auch die Hersteller von Bekleidung. Sinnvoll, denn die Hersteller stehen vor derselben Problematik wie der Handel: Ihre Lager sind ebenso gefüllt und Ware wird vom Einzelhandel zurzeit aus verständlichen Gründen auch zurückgewiesen. Was genau die Überbrückungshilfe III für die Hersteller regelt, wird zurzeit noch konkretisiert und bald den den FAQs des BMWI zur Ü III nachzulesen sein.

Tipp: Sie wollen als Unternehmen Gutes tun und trotzdem nicht ganz leer ausgehen? Viele Bezirke arbeiten in öffentlichen Vergabeverfahren mit Bekleidungsunternehmen zusammen. Diese liefern vertraglich geregelt Bekleidung an Einrichtungen für Geflüchtete – nicht einmalig, sondern wiederkehrend.

 

Steuertipps – in guten wie in schlechten Zeiten

In eigener Sache gibt es Neuigkeiten! Heute startet meine neue Webinar-Reihe beim Bayerischen Journalisten Verband (bjv.de).

Steuer-Know-how leicht gemacht – Buchhaltung im Griff – für Freiberufler

Wer Interesse hat, erfährt am 23. Februar & 16. März, jeweils 12 bis 16.30 Uhr, noch jede Menge über das spannende Thema Steuern!

Darum geht’s:

Steuer-Know-how leicht gemacht – Buchhaltung im Griff – für Freiberufler

Vielleicht haben Sie sich gerade selbstständig gemacht? Sie sind im Journalistischen fit, in Sachen Steuern beschleicht Sie jedoch eine permanente Unruhe: was kann ich absetzen? Kann ich irgendwo Geld sparen? Was muss ich wissen? Was ist, wenn eine Steuerprüfung kommt? Buchhaltung muss weder schlimm noch schwierig sein.

Auch bei der Steuerwoche von FOCUS Online vom 22. bis 26. Februar 2021 bin ich mit interessanten Steuertipps dabei – quasi in guten wie in schlechten Zeiten.

Webinar mit Constanze Elter: Gemeinsam zum Finanzamt – Steuer-Tipps für frisch Verheiratete

LIVE: Freitag, 26. Februar 2021, 19.00 Uhr

Darum geht’s:

Verliebt, verlobt, verheiratet – und jetzt steht die erste Steuererklärung als Ehepaar an. Bei der Steuererklärung lässt sich viel Geld sparen, wenn Sie die richtigen Hebel setzen. Im Webinar erfahren Sie, was sich für Paare in Sachen Steuern mit dem Trauschein ändert und was zu beachten ist, damit am Ende mehr Geld übrigbleibt.

 

Kurzarbeitergeld-Zuschuss lohnt sich

Tennis spielende Männer von Montag bis Freitag vormittags sind nur ein Aspekt der Kurzarbeit ….Ein anderer wiegt schwerer, denn die Zwangsfreizeit kann zu schmerzhaft weniger Netto im Monat führen, wenn der Arbeitgeber nicht draufzahlt. Tut er das jedoch, wird er nun belohnt!

Auch wenn die Kurzarbeit laut aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit derzeit zurückgeht: Die Zwangsfreizeit kann zu schmerzhaft weniger Netto im Monat führen, wenn der Arbeitgeber nicht draufzahlt. Tut er das jedoch, wird er nun belohnt.

Für viele Unternehmen und deren Beschäftigte ist das Kurzarbeitergeld ein Segen, so es für den Erhalt des Arbeitsplatzes sorgt. Zum Fluch wird es, wenn das Minus auf dem Konto unangenehm wird, weil der Arbeitgeber keinen Zuschuss zahlt. Die Arbeitgeber, die das tun, werden jetzt vom Gesetzgeber belohnt. Denn der Zuschuss ist im Nachhinein steuerfrei.

Ohne Zuschuss Flaute im Geldbeutel
Bei 100 Prozent Kurzarbeitergeld bekommen Kinderlose 60 Prozent ihrer bisherigen Netto-Bezüge. Mitarbeiter mit Kindern erhalten 67 Prozent. Erst ab dem vierten Bezugsmonat gibt es mehr Kurzarbeitergeld – und das auch nur befristet bis Ende 2020. Aufgrund des erheblichen Minderverdienstes zahlen viele Unternehmen einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld oder stocken die bisherigen Netto-Bezüge auf bis zu 100 Prozent auf. Mit dem Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz, das zum 30. Juni in Kraft getreten ist, will der Gesetzgeber die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für die Unternehmen und Arbeitnehmer abmildern. Rückwirkend stellt er die Zuschüsse ab März 2020 innerhalb bestimmter Grenzen steuerfrei.

Zuschüsse: netto oder brutto
Bereits steuerpflichtig abgerechnete Zuschüsse der vergangenen Monate müssen jetzt rückwirkend steuerfrei abgerechnet werden. Da es sich bei den Zuschüssen meist um Nettolohnvereinbarungen handelt, profitieren Arbeitgeber von der Steuerbefreiung. Sie dürfen die Steuererstattung behalten.

Sollte der Zuschuss zum Kurzarbeitergeld brutto gezahlt worden sein, bekommt der Arbeitnehmer die Steuererstattung ausbezahlt. In jedem Fall muss der Arbeitnehmer den Zuschuss aber in der Steuererklärung angeben, da dieser dem Progressionsvorbehalt unterliegt.

Plus vom Finanzamt möglich
Das Finanzamt erstattet dem Arbeitgeber die zu viel gezahlte Lohnsteuer, sobald der Arbeitgeber die Lohnabrechnungen der Arbeitnehmer korrigiert hat. Falls die Steuererstattung dem Arbeitnehmer zusteht, zahlt der Arbeitgeber sie an den Arbeitnehmer.

Das ist zu tun: Arbeitgeber müssen prüfen, ob sie Netto- oder Bruttozuschüsse bezahlt haben. Eine Nachberechnung oder eine Korrektur der Zuschüsse in der Lohnabrechnung sind aber auf jeden Fall notwendig.

Tipp: Denken Sie als Arbeitgeber daran, dass ein Mitarbeiter, der sich innerhalb der Kurzarbeit im Urlaub befindet, Anspruch auf sein normales Gehalt hat. Der Urlaubsentgeltanspruch kann nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) zwar durch Tarifvertrag eingeschränkt werden. Nach Ansicht des Europäischen Gerichtshofs darf die Urlaubsvergütung, die der Arbeitnehmer erhält, nicht geringer ausfallen als das üblicherweise gezahlte Arbeitsentgelt. Dies gilt für den unionsrechtlich garantierten Mindesturlaub.

Bin dann mal weg? Dienstreisen in Corona-Zeiten

New York, Rio, Tokio: Wer heute eine Reise unternimmt – ob privat oder beruflich, reist mit der Angst vor Corona im Gepäck sowie der Unsicherheit, wo welche Vorschriften gelten. Maske runter in den Niederlanden, QR-Code in Griechenland oder komplettes Reiseverbot in gewisse Regionen: Man muss sich heute sehr genau informieren, damit man virusfrei und entspannt wieder im Büro neben seinen Kollegen landet.

Sicherheit geht vor
Betriebe und Arbeitgeber haben in Pandemiezeiten eine Verantwortung ihren Mitarbeitern gegenüber. In Bezug auf Dienstreisen ins Ausland sollten Sie auf folgendes achten bzw. überdenken:

  • Notwendigkeit checken
    Prüfen Sie zunächst kritisch, welche Auslandsreise tatsächlich notwendig ist für Ihr Unternehmen oder das Vorantreiben eines Projektes. Das gilt insbesondere für Reisen in Risikogebiete. Die Akzeptanz von Online-Konferenzen ist größer denn je und eine sehr gute Alternative.
  • Reise-Beauftragten wählen
    Legen Sie fest, wer in Ihrem Unternehmen Auslandsreisen genehmigt und welche Dokumente dazu vorliegen müssen. Vorteil: So muss sich nur einer in ständig neue Regeln, länderspezifischen Reisehinweise und aktuelle Reisewarnungen weltweit einarbeiten. Hilfreiche Informationen finden Sie beispielsweise auf der Seite Re-Open EU von der Europäischen Union.
  • Gefährdung beurteilen
    Ermitteln Sie anhand einer Gefährdungsbeurteilung, ob die Bedeutung der Reise in einem angemessenen Verhältnis zu den Reiserisiken steht und welche zusätzlichen Schritte zum Schutz der betroffenen Beschäftigten erforderlich sind. Hier sind spezielle Gefahren für besonders schutzbedürftige Beschäftigtengruppen zu berücksichtigen.
  • Rücktransport sichern
    Passieren kann leider immer etwas. Treffen Sie daher Vorsorge für den Fall, dass Ihr Mitarbeiter einen medizinisch betreuten Rücktransport erhält.

Tipp: Sicherlich gibt es in Ihrem Unternehmen den ein oder anderen Mitarbeiter, der sich gut mit COVID 19 auskennt und sich ins Thema einarbeiten möchte. Er oder sie kann als Ihr Corona-Beauftragte/r die wichtigsten News kurz und knapp ins Intranet stellen oder einen internen Newsletter erarbeiten. Auf analogem Weg empfiehlt sich ein Corona-Ordner, worin die wichtigsten Informationen gesammelt werden und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zur Verfügung stehen.

Hörbar Steuern: Freiberuflich in die Selbstständigkeit

Die Hörbar Steuern – dieses Mal mit einem speziellen Studiogast, Steuerjournalistin Constanze Elter als Expertin im DATEV-Podcast. Zum Thema hat Elter mehrere Bücher geschrieben: Selbstständig sein – der Traum von der freien Zeiteinteilung, machen, was man möchte und kann, mit angenehmen Kunden gutes Geld verdienen. Oder ist doch der alte Grundsatz „als Selbstständiger arbeitest du selbst und ständig“ eher richtig ….

An der Hörbar Steuern geht es in der 10. Ausgabe um das Thema freiberufliche Existenzgründung. 5,5 Millionen Freiberufler erwirtschaften in Deutschland rund 11 % des Bruttoinlandsproduktes. Darunter Ärzte, Journalisten, Steuerberater oder Lektoren. Wie diese anfangen und was dabei beachtet werden muss, um erfolgreich am Markt zu agieren und existieren, darüber informiert die neue Ausgabe des DATEV Podcast.

Bei der Gründung muss einiges beachtet werden: Benötige ich etwa einen Businessplan, gibt es Fördergelder, wie komme ich an diese heran, welches Finanzamt ist zuständig und letztlich auch die wichtige Frage: Freiberufler oder Gewerbetreibender?

In dieser Ausgabe ist der Moderator der Hörbar Steuern, Carsten Fleckenstein, im Gespräch mit Constanze Elter, die mal nicht wie gewohnt selbst als Moderatorin genau hinhört und fragt, sondern diesmal als Expertin für freiberufliche Existenzgründungen Auskunft gibt. Sie war viele Jahre lang erfolgreich freiberuflich selbstständig, arbeitet mittlerweile bei der DATEV in der Unternehmenskommunikation und gibt nebenbei Seminare für Existenzgründer, ist Buchautorin und Journalistin für Steuerthemen.

Hören Sie ab Dienstag, 25. Februar, in den Podcast hinein, was Constanze Elter zu berichten hat und wie erfolgreiche Existenzgründung geht! Mehr dazu außerdem auf der Frühjahrstagung zum „Jahr der Freien“ – kostenlos für DJV-Mitglieder und Nichtmitglieder.

Die wichtigsten Gesetzes-änderungen 2020

Wie immer zum neuen Jahr hält der Gesetzgeber zahlreiche Änderungen bereit – im Steuerrecht, aber auch rund um Bürokratieabbau und Klimaschutz. Von A wie Arbeitslosengeld bis W wie Weiterbildung haben wir die wichtigsten Neuerungen des Jahres 2020 für Sie zusammengestellt.

A…. Arbeitslosengeld
Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter sowie Personen mit Erwerbsminderung bekommen seit Jahresanfang mehr Geld. Dabei wird nicht nur Erwachsenen 1,88 Prozent mehr ausgezahlt, auch Kinder und Jugendliche erhalten mehr Unterstützung. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung sinkt außerdem ab Januar befristet bis Ende 2022 um 0,1 Punkte auf 2,4 Prozent. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen davon je 1,2 Prozent.

B…. Betriebliche Gesundheitsförderung
Der Gesetzgeber hat den Freibetrag für betriebliche Gesundheitsförderung angehoben. Bieten Unternehmer besondere Gesundheitsleistungen oder bezuschussen diese, liegt der lohnsteuerliche Freibetrag bei 600 Euro pro Arbeitnehmer und Jahr. Bislang lag der Freibetrag bei 500 Euro.

E… Elektromobilität
Wer die 1-Prozent-Methode anwendet, um die Privatnutzung von Elektrofahrzeugen zu versteuern, muss nun nur noch ein Viertel des Bruttolistenpreises zugrunde legen. Vorausgesetzt, das Elektroauto kostete nicht mehr als 40.000 Euro. Für teurere E-Fahrzeuge und Hybridfirmenwagen gilt immerhin die Hälfte des Bruttolistenpreises als Bemessungsgrundlage. Für Elektronutzfahrzeuge winkt außerdem ab 2020 neben der normalen Abschreibung eine 50-prozentige Sonderabschreibung. Voraussetzung: Es muss ein neues (bislang ungenutztes) Elektrolieferfahrzeug mit Erstzulassung 2020 gekauft werden. Alle Regelungen sollen bis 2030 gelten.

G… Geldbußen
Der Betriebsausgabenabzug für Geldbußen, Ordnungs- und Verwarnungsgelder von Gerichten oder Behörden anderer EU-Mitgliedstaaten wird ausgeschlossen. Die Neuregelung soll rückwirkend alle nach dem 31. Dezember 2018 festgesetzten sowie entstandenen Geldbußen, Ordnungs- und Verwarnungsgelder betreffen.

H… Handwerk
Die Meisterpflicht im Handwerk wird ausgedehnt. Sie gilt dann unter anderem wieder in folgenden Bereichen: Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, Rollladen- und Sonnenschutztechniker oder auch Raumausstatter.

J… Jobticket
Arbeitgeber dürfen ihren Angestellten ein Jobticket spendieren – und zwar nicht nur zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn, sondern auch in Form einer Gehaltsumwandlung. Neu ist ab 2020, dass Unternehmer diesen geldwerten Vorteil mit pauschal 25 Prozent versteuern können, selbst dann, wenn die Aufwendungen nicht zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn übernommen werden. Dadurch müssen sich Arbeitnehmer das Jobticket nicht mehr auf die Entfernungspauschale anrechnen lassen.

K… Kassen
Elektronische Kassen müssen – eigentlich seit Jahresbeginn – über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) verfügen. Alle Branchen sind verpflichtet, ihre Kassen entsprechend auszurüsten. Allerdings gilt wegen der umfangreichen Umstellungen eine Übergangsfrist bis Ende September dieses Jahres.

M… Mindestlohn
Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab dem 1. Januar 2020 auf 9,35 Euro brutto je Zeitstunde. Ausgenommen davon sind spezielle Personengruppen, zum Beispiel Jugendliche unter 18 Jahren ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

T… Teilzeit
Stellen Mitarbeiter einen Antrag auf Teilzeit, ist dafür künftig kein unterzeichnetes Schriftstück mehr nötig. Sie können dem Arbeitgeber die Mitteilung etwa zur neuen Verteilung der Arbeitsstunden auch als Nachricht per E-Mail zukommen lassen. Die sogenannte Schriftform ist nicht mehr erforderlich.

U… Umsatzsteuer
Die Kleinunternehmergrenze steigt von 17.500 auf 22.000 Euro. Damit können Unternehmer, die im Vorjahr weniger als 22.000 Euro Umsatz erzielt haben und im laufenden Jahr nicht mehr als 50.000 Euro umsetzen werden, auf die Kleinunternehmerregelung zurückgreifen. Sie müssen dann keine Umsatzsteuer erheben, dürfen allerdings auch keine Vorsteuer abziehen.

V… Verpflegungsmehraufwendungen
Für Dienstreisen steigen 2020 die Verpflegungsmehraufwendungen. Bei mehrtägigen Dienstreisen steigt die Pauschale für den An- und Abreisetag von 12 Euro auf 14 Euro. Auch bei einer Abwesenheit von mehr als 8 Stunden erhöht sich die Pauschale auf 14 Euro. Für einen vollständigen Kalendertag können nun 28 statt bislang 24 Euro als Betriebsausgabe angesetzt werden. Auch für Geschäftsreisen ins Ausland hat das Bundesfinanzministerium die Pauschbeträge überarbeitet. Änderungen ergeben sich beispielsweise für Reisen nach Japan, Kroatien und in die Türkei.

W… Weiterbildung
Bislang war vom Arbeitgeber finanzierte Weiterbbildung nur dann lohnsteuerfrei, wenn sie arbeitsplatzbezogen war. Ansonsten musste sich der Angestellte einen steuerpflichtigen geldwerten Vorteil anrechnen lassen. Seit Jahresbeginn können Weiterbildungsleistungen des Arbeitgebers auch dann lohnsteuerfrei sein, wenn sie sinnvoll sind und die Beschäftigungsfähigkeit des Arbeitnehmers verbessern – zum Beispiel Sprach- oder Computerkurse.