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Der tut nix! Der will hier nur wohnen.

Der tut nix! Der will hier nur wohnen.

Das ist doch wirklich ein ganz dicker Hund, wenn der Vermieter die Hundehaltung in der Wohnung einfach untersagen will! In München wurde laut geknurrt – Verzeihung, dem Kläger Recht gegeben -, als der Fall vor dem Amtsgericht verhandelt wurde.

Hundehaltung in Mietwohnung nicht generell verboten

Denn die Genehmigung der Hundehaltung darf der Vermieter nur aus gewichtigen Gründen versagen. In dem kürzlich rechtskräftig gewordenen Urteil entschied das Amtsgericht München, dass in dem zugrundeliegenden Fall der Hundehaltung in der Viereinhalb-Zimmer-Wohnung des Klägers zuzustimmen ist. Die Familie hatte die Hunderassen Magyar Vizsla, Deutsch-Drahthaar/Deutsch-Kurzhaar, Weimaraner oder entsprechende Mischlinge dieser Rassen in die engere Wahl einbezogen.

Das klagende Ehepaar wollte seinen 13 und 15 alten Kindern die Haltung eines Hundes ermöglichen und fragte den Vermieter um seine Einwilligung. Im Vorfeld hatten sie bereits die Nachbarn um Zustimmung gebeten, alle waren einverstanden. Die Kläger legten sogar Empfehlungen der Hundetrainerin und des Tierheims bei und beriefen sich auf eigene langjährige Erfahrung im Halten von Hunden.

Der Hausverwalter verweigerte jedoch im Namen der Vermieter seine Einwilligung und berief sich darauf, dass die jetzigen Vermieter noch nie eine Einwilligung zur Hundehaltung im Haus gegeben hätten. Die Hausverwaltung führte diverse Argumente auf. So kämen die Kinder nach ihren Beobachtungen erst um 16 Uhr aus der Schule. Außerdem hätten sie ihre Meerschweinchen früher nicht selbst versorgt – und die Eltern könnten als reisender Fotograf und Büroangestellte die Versorgung des Hundes tagsüber nicht sicherstellen. Zudem seien die Wohnungen so hellhörig, dass sich die Kläger über Klavierspiel in einer unter ihnen gelegenen Wohnung beschwert hätten. Im Übrigen seien Kleinkinder im Haus. Das zweieinhalbjährige Kind des Verwalters sei unlängst selbst von einem Hund gebissen worden.

Die Kläger bestritten, sich je über Klavierspiel beschwert zu haben. Auch die weiteren Angaben erwiesen sich vor Gericht als unzutreffend. Die Ehefrau arbeite nur Teilzeit, der Ehemann reise selten und könne dabei den Hund mitnehmen, die Kinder besuchten die Schule bis mittags und in Urlaubszeiten stünden die Großeltern bereit. Die zuständige Richterin am Amtsgericht München gab daher den Klägern Recht.

Regeln für Hundehaltung

Demnach gibt es keine ausreichenden sachlichen Gründe, wonach die Vermieter berechtigt wären, den Klägern ihre Zustimmung zu der Hundehaltung zu verweigern. Außerdem bewohnten die Kläger eine große Wohnung mit mehreren Zimmern – und größere Grünflächen liegen direkt in der Nähe.

Bei artgerechter Haltung, so argumentierte das Gericht, sei nicht davon auszugehen, dass der Hund durch verstärktes Jaulen oder Gebell auf sich aufmerksam macht oder Schäden an der Wohnung anrichtet. Fazit: Die Ablehnung darf sich nicht auf bloße allgemeine Befürchtungen stützen, sondern es müssen ausreichend konkrete Anhaltspunkte für eine zu erwartende unzumutbare Belästigung vorliegen. Auch die Hunderassen, welche die Kläger ins Auge gefasst hatten, weisen keine auffallenden Merkmale auf, die auf eine besonders schwierige Haltung bzw. auf einen aggressiven Charakter schließen lassen.

Tipp: Schwieriger wird die Haltung von Hunden, die als so genannte Listenhunde gelten und auf einer Rasseliste stehen. Diese Listen sind von Bundesland zu Bundesland verschieden – einige sehen für bestimmte Hunde ein komplettes Haltungsverbot vor, andere erlauben die Haltung nur unter Auflagen. Derartige Listen sind allerdings nicht unumstritten und werden auch juristisch diskutiert. Je nach Bundesland kann ein Hund nach Bestehen eines Wesenstests aber auch von den Vorgaben der Liste befreit werden.

19 % Steuern! Nicht Promille

Da braut sich was zusammen! Selbst ist der Mann, wenn es um sein Bier geht und versucht sich mit Erfolg als Hobbybrauer. Gestritten wurde vor Gericht nun über Prozente, nicht Promille.

Hobbybrauer muss Regelsteuersatz zahlen

Um 21 Euro – die Differenz aus Regelsteuersatz und ermäßigtem Steuersatz – stritten sich ein Bierbrauer und das Finanzamt. Der Mann muss den Regelsteuersatz von 19 Prozent zahlen, entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg.

Ein Hobbybrauer zeigte zunächst an, in unregelmäßigen Abständen Bier für den Eigengebrauch bis zu einer Menge von zwei Hektolitern zu brauen. Später meldete er ein Nebengewerbe an, um seine Überschüsse zu verkaufen und teilte dies dem Hauptzollamt mit. Bei der Steueranmeldung errechnete er die Steuer zum ermäßigten Steuersatz von 7 % in Höhe von 26,43 Euro. Das beklagte Hauptzollamt wandte den Regelsteuersatz an und ermittelte eine Steuer in Höhe von 47,14 Euro.

Nur Brauerei ist ein „Steuerlager“

Zu Recht, entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg. Der ermäßigte Steuersatz komme in diesem Fall nicht zur Anwendung, da es sich nicht um Bier aus einer unabhängigen Brauerei handle, so die Richter. Die Biersteuerverordnung definiere Brauerei als „jedes Steuerlager, in dem Bier unter Steueraussetzung im Brauverfahren hergestellt und gelagert werden darf.“

Ein sogenanntes Steuerlager sind Orte, an denen oder von denen verbrauchsteuerpflichtige Waren unter Steueraussetzung, also unversteuert, hergestellt, be- oder verarbeitet, gelagert, empfangen oder versandt werden dürfen. Bei der Brauerei des Klägers handle es sich nicht um ein Steuerlager. Es fehle die entsprechende Erlaubnis im Sinne des Biersteuergesetzes.

Tipp: 7 oder 19 % – diese Frage stellt sich nicht nur Hobbybrauern, sondern regelmäßig auch vielen Freiberuflern. Die Rechtsgrundlage für den ermäßigten Steuersatz, der zurzeit bei 7 % liegt, findet sich in § 12 UStG. Dort werden einige Kategorien aufgelistet, für die der ermäßigte Steuersatz gilt – darüber hinaus finden sich in zahlreichen Verordnungen und Erlassen weitere Unterscheidungen. Mehr dazu finden Sie in der dritten Auflage meines Buches „Rechnung stellen – Umsatz sichern“.

Bier, Brötchen und Beleg

Die Sache mit dem Bewirtungsbeleg!

Der Müller war dabei, die Inge und die Truppe aus Hamburg … oder? Wer sich im Nachhinein Gedanken machen muss, wer der Einladung zum Geschäftsessen gefolgt ist und um welches Thema es ging, hat häufig schlechte Karten. War es ein Briefing, die Projektplanung oder schon der Geschäftsabschluss? Vor allem, wenn Sie häufig Geschäftsessen veranstalten, ist der zeitnahe Eintrag auf dem Bewirtungsbeleg viel wert, um unnötige Scherereien zu vermeiden.

Bewirtung nachvollziehbar nachweisen

Das gilt zumindest für den Abzug als Betriebsausgabe. Wer es mit den einkommensteuerrechtlichen Aufzeichnungspflichten für Bewirtungsaufwendungen nicht ganz so genau nimmt, hat in puncto Umsatzsteuer allerdings nochmal Glück gehabt. Das entschied  vor kurzem das Finanzgericht Berlin-Brandenburg Denn diese Nachlässigkeit führt nicht gleichzeitig zur Versagung des Vorsteuerabzugs.

In einem aktuellen Urteil erklärt das Finanzgericht vielmehr, dass es darauf ankommt, ob die unternehmerische Verwendung der Bewirtungsleistungen nachgewiesen und die Aufwendungen als angemessen zu beurteilen sind.

Angaben vollständig nachgeholt

Ein selbstständiger Unternehmensberater  hatte für 2013 Vorsteuern in Höhe von 641 Euro angesetzt – für Bewirtungsaufwendungen aus Geschäftsessen mit seinen Geschäftspartnern. Das Finanzamt lehnte den Vorsteuerabzug jedoch ab, da die erforderlichen Eintragungen zum Anlass und den Teilnehmern der Bewirtung auf den Bewirtungsbelegen fehlten. Obwohl der Kläger im Einspruchsverfahren die fehlenden Eintragungen auf den Bewirtungsbelegen nachholte, lehnte das Finanzamt den Vorsteuerabzug weiter ab.

Bewirtung angemessen und nachvollziehbar

Das Gericht sah das anders. Demnach handelte es sich nicht um ein Privatessen des Klägers. Die berufliche Tätigkeit des Klägers als Unternehmensberater bringe es mit sich, geschäftliche Angelegenheiten bei Geschäftsessen zu besprechen.

Auch wenn der Kläger erst im Einspruchsverfahren die Formerfordernisse nachholte – übrigens vier Jahre später – , schließt dies nach Auffassung des Finanzgerichtes Berlin-Brandenburg den Vorsteuerabzug nicht aus. Der Verstoß gegen die einkommensteuerrechtlichen Aufzeichnungspflichten für Bewirtungsaufwendungen führt also nicht zur Versagung des Vorsteuerabzugs.

Trotz des praxisfreundlichen Urteils sollten Sie stets darauf achten, dass Sie die erforderlichen Angaben im Bewirtungsbeleg zeitnah und umfassend machen. Nur um sicher zu gehen.

Tipp: Diese Angaben müssen Sie auf Ihrem Bewirtungsbeleg erfassen: Ort, Datum, die Teilnehmer, sprich die Bewirteten inklusive der eigenen Person, Speisen und Getränke, den Anlass der Bewirtung sowie die Höhe der Aufwendungen.

Von wegen stilles Örtchen.

Schnell noch einmal im heimischen stillen Örtchen verschwinden und dann zügig weiterarbeiten im Homeoffice. Doch aufgepasst, bitte nicht zu schnell! Denn ein Unfall auf dem Weg zur, auf oder zurück von der Toilette, kann sehr unangenehme Folgen für Sie haben. Denn im häuslichen Büro sind Sie bei dieser Verrichtung nicht unfallversichert!

Unfall im Homeoffice

Nun fragt man sich vielleicht, was man sich auf der Toilette für Verletzungen zufügen könnte. Es reicht jedoch schon eine Treppenstufe auf dem Weg zurück ins Büro, die übersehen wird – und schon ist der Unfall passiert.

Vor kurzem musste sich das Sozialgericht München mit dieser Thematik befassen. Ein Arbeitnehmer war mit Einverständnis seines Arbeitgebers während seiner gesamten Arbeitszeit in einem Büro im Keller seines Hauses beschäftigt. Dort fanden regelmäßig Besprechungen mit Kollegen statt. Zudem übernahm der Chef die Kosten für die PC-Ausstattung. Auf dem Rückweg von der Toilette stürzte der Angestellte auf der Treppe und zog sich dabei einen Fußbruch zu. Die Folge: ein halbes Jahr Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Komplikationen. Der Arbeitnehmer machte daraufhin den Sturz als Arbeitsunfall geltend. Doch das Sozialgericht München hat diesen Anspruch im aktuellen Urteil abgelehnt.

Keinen Einfluss auf Sicherheit der Einrichtung

Der Gang zur Toilette im Betrieb sei zwar nach geltender Rechtslage unfallversichert. Dieser Grundsatz greife jedoch nicht, wenn der Arbeitnehmer im Homeoffice arbeite. Dabei argumentiert das Gericht, dass der Arbeitgeber dort keinen Einfluss auf die Gestaltung und damit Sicherheit der Einrichtung habe. Das Homeoffice sei nicht als Teil der Betriebsstätte des Arbeitgebers zu sehen. Damit greife hierfür auch nicht der Unfallversicherungsschutz. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Tipp: Sollten Sie einen Heimarbeitsplatz nutzen, müssen Sie sich an das Arbeitszeitgesetz halten –  denn das gilt auch daheim. Als Arbeitnehmer müssen Sie daher auch bei der Arbeit von Zuhause die Regelungen zu Höchstarbeitszeit, Ruhepausen und Ruhezeiten sowie das Sonn- und Feiertagsverbot einhalten. Der Arbeitgeber sollte auf die Einhaltung dieser Vorschriften hinweisen und zudem ein Regelungsmodell für die Zeiterfassung finden, während die Mitarbeiter nicht im Betrieb sind.

 

1:0 für Trainer: Sky-Kosten absetzbar

Für viele Fußballfans sind Samstag und Sonntag Sky-Tage. Mit Spannung wird im Bezahlsender die Bundesliga verfolgt, wofür der Fan gut und gern ab 40 Euro pro Monat zahlt. Für Trainer können diese Ausgaben zu den Werbungskosten gehören.

Finanzämter: Sky ist immer privat

Der Bundesfinanzhof hat in einem aktuellen Urteil einem hauptamtlich tätigen Torwarttrainer ein kleines finanzielles Bonbon gewährt. Denn der Trainer im Lizenzfußball wollte die Aufwendungen für sein Sky-Bundesliga-Abo als Werbungskosten absetzen. Er begründete dies damit, dass er die Bundesligaspiele ganz überwiegend nur zum Kenntnisgewinn im Zusammenhang mit seiner Trainertätigkeit schaue. Finanzamt und Finanzgericht lehnten den Werbungskostenabzug ab. Das Sky-Bundesliga-Abonnement sei immer privat und nicht beruflich veranlasst, da der Inhalt des Pakets nicht vergleichbar einer Fachzeitschrift auf ein Fachpublikum, hier einen hauptamtlichen Fußballtrainer, zugeschnitten sei.

Bundesfinanzhof widerspricht

Auf die Revision des Klägers hin hat der Bundesfinanzhof die Vorentscheidung aufgehoben. Werbungskosten sind unter anderem Aufwendungen für (immaterielle) Wirtschaftsgüter, die unmittelbar der Erledigung beruflicher Aufgaben dienen. Die Güter müssen ausschließlich oder zumindest weitaus überwiegend beruflich genutzt werden. Eine geringfügige private Mitbenutzung ist unschädlich. Bei einem (Torwart-)Trainer eines Lizenzfußballvereins hielt der BFH eine weitaus überwiegende berufliche Nutzung des Pakets „Bundesliga“ jedenfalls nicht für ausgeschlossen. Da das Finanzgericht dies, ohne weitere Feststellungen zu treffen, anders gesehen hatte, muss es das nachholen und regte die Vernehmung von Trainerkollegen und Spielern an.

Tipp: Was sind nun Werbungskosten und was nicht? Finanzamt und Steuerpflichtiger sehen das oft unterschiedlich. Werbungskosten hängen ganz direkt mit Ihrem Job zusammen, etwa die Fahrt mit dem Auto zur Arbeit, eine Fortbildung oder der Umzug in eine neue Stadt wegen des Jobs. Diese Kosten dürfen Sie von Ihren Einnahmen abziehen. Der Staat gewährt Ihnen ohnehin pauschal 1.000 Euro im Jahr als Werbungskosten. Diesen Pauschbetrag erhaltenb Sie auch dann, wenn Sie weniger Kosten hatten.

Einsprüche um rund 20 Prozent gesunken

Wer kennt das nicht: Der Einkommensteuerbescheid kommt und der Schock ist erstmal groß. EINSPRUCH! Hier ist das Recht mit dem Steuerzahler, denn jedem steht es zu, Einspruch gegen seinen Bescheid bei der Finanzbehörde einzulegen. Doch immer weniger Steuerzahler machen von diesem Recht Gebrauch, sagt die aktuelle Statistik.

Rückläufig seit 2013

Die Einspruchseingänge sind seit einigen Jahren rückläufig. Während im Kalenderjahr 2013 noch rund vier Millionen Einsprüche in den Finanzämtern eingegangen sind, ist diese Zahl bis 2017 auf 3,2 Millionen Einsprüche gesunken.

Zurückgegangen ist ebenso der Bestand der am Jahresende unerledigten Einsprüche, und zwar um circa 1,6 Millionen Einsprüche auf nunmehr circa 2,3 Millionen.

Einfach zahlt sich aus

Offenbar ist die Gleichung bei den Finanzämtern aufgegangen. Der Grund für den Rückgang scheint in der Vereinfachung der Abgabe der Steuererklärung zu liegen. Inzwischen gibt es etwa vorausgefüllte Erklärungen, in denen bereits die Grunddaten aus dem Vorjahr eingefügt sind.

Statistik zur Klageerhebung

Die Zahl der gegen die Finanzämter erhobenen Klagen ist im Jahr 2017 gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Prozent gesunken. Im Vergleich zu den insgesamt im Jahr 2017 durch die Finanzämter erledigten Einsprüchen entspricht dies – wie bereits im Vorjahr – einer Quote von 1,8 Prozent.

Tipp: Bereits heute arbeitet das sogenannte automatische Finanzamt für Sie. Das bedeutet, dass Ihre Steuererklärung in der Regel nicht mehr eine Person, sondern ein Rechner bearbeitet. So soll Geld und Zeit gespart werden. Haben Sie Zweifel an dem neuen automatischen Prüfmodus, können Sie dies für Ihre Erklärung verhindern. Dazu kreuzen Sie einfach auf dem sogenannten Mantelbogen Ihrer Steuererklärung an, dass Sie eine manuelle Prüfung durch einen Finanzbeamten wünschen. Dafür gibt es dort die neue Zeile 98. Dort tragen Sie eine 1 ein.

Heute wird anders geglotzt

Die Kids tippen sich an die Stirn, wenn die Nicht-Internet-Generation um 20.15 Uhr am Sonntagabend den „Tatort“ einschaltet. Sich abhängig machen von Zeiten? Fernsehen da, wo der Fernseher steht? Das ist von gestern. Das neue Buch von Prof. Dr. Andreas Elter „TV und AV Journalismus Theorie und Praxis“ beschäftigt sich wissenschaftlich mit dem Thema und geht in die Tiefe. Das Lehrbuch Band 1 ist Teil der Reihe Studienkurs Medien & Kommunikation.

TV 2.0

Das alte TV verändert sich nachhaltig: Internet und Fernsehen verschmelzen, Entwicklungen wie Mediatheken und Second Screen stehen im Gegensatz zur klassischen „Glotze“. TV wird nicht nur anders distribuiert und rezipiert, sondern auch produziert. Das Lehrbuch berücksichtigt diese jüngsten Entwicklungen und verbindet dabei die Außenperspektive (der Forschung) und die Innensicht (der Macher).

Der erste Band des Lehrbuchs widmet sich maßgeblich der Theorie; bleibt dabei aber immer auf die Praxis bezogen. Neben metadisziplinären Super- und Basistheorien werden wichtige Kommunikationsmodelle sowie zentrale Befunde der Journalistik und Fernsehforschung vorgestellt. Mit einem eigenen Universalmodell des digitalen AV-Journalismus wird die Theorie reflektiert und auf die Praxis angewandt.

Tipp: Der „Studienkurs Medien & Kommunikation“ eröffnet Ihnen praxisnah und verständlich die Grundthemen der Medien- und Kommunikationswissenschaft. Definitionen und Begriffserklärungen helfen Ihnen, einen Einstieg in die Themengebiete zu erlangen. Anschauliche Fallbeispiele zeigen die Anwendung des jeweiligen Ansatzes in der Praxis. Eine umfangreiche Literaturliste rundet die Lehrbücher ab. Die Bände sind nicht nur für Medien- und Kommunikationswissenschaftler interessant, sondern liefern auch über die Disziplinengrenzen hinaus gebündelt die wichtigsten Informationen.

Home-Office: Freiwillig ja, aber kein Muss

Für die einen gibt es nichts Besseres: bequem von zuhause zu arbeiten, ohne sich im Stau zu ärgern oder vergeblich auf den Bus zu warten – wie schön, wenn der Arbeitgeber dies unterstützt. Doch es gibt auch Arbeitnehmer, die keineswegs auf den Job zu Hause abfahren. Und diese dürfen nicht dazu gezwungen werden.

Ein Nein ist keine Arbeitsverweigerung

Als Arbeitnehmer müssen Sie nicht generell akzeptieren, dass Ihnen Telearbeit zugewiesen wird. Möchten Sie nicht im Home-Office tätig sein, stellt dies keine beharrliche Arbeitsverweigerung dar – und rechtfertigt daher keine außerordentliche Kündigung.

Denn Arbeitgeber dürfen nicht allein aufgrund ihres arbeitsvertraglichen Weisungsrechts Arbeitnehmern zur Telearbeit verpflichten, wenn diese damit nicht einverstanden sind. Das entschied das Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg in einem aktuellen Urteil im Falle eines Ingenieurs.

Home-Office abgelehnt: Kündigung nicht rechtens

Der Arbeitsvertrag des Ingenieurs enthielt keine Regelungen zu einer Änderung des Arbeitsorts. Der Arbeitgeber bot ihm daher nach einer Betriebsschließung an, seine Tätigkeit im Home-Office zu verrichten. Nachdem der Arbeitnehmer hierzu nicht bereit war, kündigte der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis aus wichtigem Grund wegen beharrlicher Arbeitsverweigerung. Zu Unrecht, wie das Landesarbeitsgericht befand: Der Arbeitnehmer war arbeitsvertraglich nicht verpflichtet, die ihm angebotene Telearbeit zu verrichten.

Arbeitsvertragliches Weisungsrecht reicht nicht

Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer diese Tätigkeit nicht aufgrund seines arbeitsvertraglichen Weisungsrechts einseitig zuweisen. Die Umstände der Telearbeit unterscheiden sich in erheblicher Weise von einer Tätigkeit, die in einer Betriebsstätte zu verrichten sind.

Dass Arbeitnehmer generell an einer Telearbeit interessiert sein können, um Beruf und Familie besser zu vereinbaren, führe nicht zu einer diesbezüglichen Erweiterung des Weisungsrechts des Arbeitgebers, so das Gericht.

Tipp: Ein ordentlicher Telearbeitsplatz ist nicht zu verwechseln mit dem Laptop auf dem Wohnzimmertisch und dem Drucker im Regal neben der Hausbar. Der Arbeitgeber ist verantwortlich und muss dafür sorgen, dass die Räume angemessen professionell und ergonomisch ausgestattet sind. Denn die Ausstattung des Arbeitsplatzes richtet sich nach den Vorschriften der Unfallverhütung und des Arbeitsschutzes.

Das Finanzamt packt mit an!

Dreimal umgezogen – einmal abgebrannt. So schlimm muss ein berufsbedingter Wohnungswechsel nicht sein, denn der Fiskus beteiligt sich noch mehr als bisher an Ihren Umzugskosten.

Stadt – Land – Job!

Wer einen neuen Job in einer fremden Stadt antritt, kann die Ausgaben für den Umzug von der Steuer absetzen. Doch um die Umzugskosten beim Finanzamt geltend zu machen, muss es nicht immer eine neue Stelle sein. Ihr Umzug ist auch dann steuerlich abzugsfähig, wenn sich von der neuen Wohnung aus die tägliche Fahrtzeit zur Arbeit um mindestens eine Stunde verkürzt – oder aber, wenn damit eine doppelte Haushaltsführung beendet wird.

Immer dann, wenn Ihr Umzug beruflich bedingt ist, können Sie die Kosten dafür steuerlich geltend machen. Dazu zählen etwa

  • Transportkosten
  • Reisekosten
  • doppelte Mietzahlungen
  • Maklergebühren oder
  • Beschaffungskosten für Herd und Öfen

Das Teuerste an einem Umzug ist im Regelfall der Transport von Möbel und Co. Steuerlich abzugsfähig sind die Transportkosten in voller Höhe, und zwar nicht nur für die komplette Wohnungseinrichtung, sondern auch für Fahrräder und Haustiere. Übernimmt eine Spedition den Transport, können darüber hinaus die Arbeitsstunden der Möbelpacker für das Ein- und Auspacken geltend gemacht werden, ebenso mögliches Verpackungsmaterial wie Kleiderkisten oder spezielle Schutzhüllen sowie die notwendige Versicherung.

Reisekosten auch bei Umzug in die Steuererklärung

Fahren Sie am gleichen Tag der Spedition hinterher, können Sie hierfür Reisekosten für die Reise am Umzugstag abziehen: für Fahrten mit dem eigenen Auto die üblichen 0,30 Euro Kilometerpauschale, für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmittel die tatsächlich entstandenen und nachgewiesenen Kosten. Daneben dürfen Sie vom Tag des Einladens bis zum Tag des Ausladens die so genannten Verpflegungsmehraufwendungen ansetzen. Sind Sie also länger als acht Stunden unterwegs, dürfen Sie pauschal 12 Euro ansetzen. Bei 24-stündiger Abwesenheit sind es 24 Euro. Der Tag des Einladens wird wie der Tag des Ausladens als voller Reisetag behandelt.

Bei einem solchen Umzug fallen viele kleine Ausgaben an – etwa das Trinkgeld für die Möbelpacker, Kosten für das Ändern der Personalausweise oder die Ummeldung des Autos. Damit kein Beleg im Umzugschaos gesucht werden muss, gewährt die Finanzverwaltung eine Pauschale für sonstige Umzugskosten.

Ab Frühjahr 2019: Steuerpauschalen erneut erhöht

Diese Pauschale beträgt für Umzüge ab dem 1. März 2018 für Ledige 787 Euro (ab 1. April 2019 811 Euro) und für Verheiratete 1.573 Euro  (ab 1. April 2019 1.622 Euro) Dieser Pauschbetrag erhöht sich für Kinder und andere Personen, die zur häuslichen Gemeinschaft gehören. Zu den „anderen Personen“ in diesem Sinne zählen zum Beispiel Verwandte, Verschwägerte und Hausangestellte, nicht aber der Ehe- oder Lebenspartner. Diese zusätzliche Pauschale für jede weitere Person erhöht sich auf 347 Euro (ab 1. April 2019 357 Euro). Die Alternative ist, die Kosten dem Finanzamt im Einzelnen nachzuweisen.

Je nach Bundesland – und manchmal je nach Schule – fällt den Kindern der Umzug schwer. Nachhilfe ist notwendig, damit die Kinder weiterhin im Unterricht mitkommen. Die Kosten dafür sind ebenfalls abzugsfähig – bis zu einem Maximalbetrag von 1.926 Euro.

Tipp: Ein selbst organisierter Umzug ist ebenfalls steuerlich begünstigt. Hier können neben der Miete für einen Transporter, Verpackungsmaterial, Lohn für Helfer sowie die Kosten für den Einsatz des eigenen Autos geltend gemacht werden. Wenn Sie sich helfen lassen und dafür den Bekannten ein wenig Geld geben, sollten Sie sich diese Zahlungen entweder quittieren lassen oder einen Eigenbeleg schreiben.

 

Bei Ihnen leuchtet es wohl!

Der weihnachtliche Wettstreit hat begonnen. In den Gärten ziehen blinkende Rentiere beleuchtete Schlitten, vor lauter strahlenden Sternen ist kein Blick aus dem Fenster mehr möglich und wer abends ins Bett möchte, muss locker eine halbe Stunde Zeit einplanen, um alle Lichterketten auszuschalten. Andere können kaum einschlafen, weil von Nachbars Balkon die Glühbirnen noch in allen Farben rotieren. Vorweihnachtliche Gefühle können so schnell in Unmut umschlagen.

Dekoration ja – Illumination nein

Tatsächlich gibt es für die Adventsdekoration in der Mietwohnung rechtliche Regeln. Ein bisschen Schmuck und Lichterkette gehört zum Advent natürlich dazu. Eigentümer und Mieter dürfen ihre Wohnung, Fenster und Balkone so weihnachtlich dekorieren, wie sie mögen, ebenso Terrasse oder Garten. Wie der Verband Haus & Grund erklärt, gehört es zum vertragsmäßigen Gebrauch einer Wohnung, eine Lichterkette ins Fenster zu hängen – solange sie nicht den Nachbarn mit grellem Blinken nervt oder gar seinen Schlaf stört. Beschweren kann sich der Nachbar aber nur, wenn sein Grundstück direkt ausgeleuchtet wird oder wenn zu viele Lichterketten direkt in das Schlafzimmerfenster des Nachbarn strahlen.

Dezente Deko bei Gemeinschaftsflächen

Wenn Sie allerdings mit Zimtspray den Hausflur einnebeln oder Duftkerzen im Treppenhaus aufstellen, nutzen Sie das Gemeinschaftseigentum bestimmungswidrig, heißt es in einem Urteil des Oberlandesgerichts Düsseldorf. Beim Thema Weihnachtsdeko sollte gegenseitige Rücksichtnahme gelten. In den eigenen vier Wänden können Sie nach Lust und Laune dekorieren, doch sobald andere Ihre Dekoration unfreiwillig über sich ergehen lassen müssen oder Ihre Lichterkette womöglich im Flur als Fußangel gefährlich wird, sollte man einmal mehr nachdenken.

Generell dürfen Sie als Mieter Gemeinschaftsflächen im Haus wie das Treppenhaus mitgestalten, müssen jedoch darauf, dass Fluchtwege frei bleiben und dürfen Ihre Nachbarn weder behindern noch belästigen. Wenn Sie die Fassade oder den Balkon dekorieren wollen, darf dabei nichts beschädigt werden und die Deko muss sicher befestigt sein. Der Grundsatz, die Nachbarn nicht zu stören, gilt auch hier.

Tipp: Über Geschmack lässt sich streiten. Überlegen Sie trotzdem zweimal, ob Sie beispielsweise eine lebensgroße Weihnachtsmann-Figur an der Fassade hochklettern lassen. Denn dafür muss in der Regel in die Hauswand gebohrt werden – und das ist eine bauliche Veränderung, der ein Vermieter zustimmen muss.